12 Hellweger Cellisten

Eine Klangreise auf 48 Saiten

Die 12 Hellweger Cellist*innen sind seit 2004 ein multikulturelles Ensemble aus 9 Nationen, dessen Mitglieder zwar aus verschiedenen Ländern kommen, aber zwei Dinge gemeinsam haben: Sie leben entlang des Hellwegs in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Witten, Unna und Werl und sie spielen das Cello virtuos in allen Lagen.

Besetzung

© Andreas Winkelsträter

Die 12 Hellweger Cellist*innen sind seit 2004 ein multikulturelles Ensemble aus 9 Nationen, dessen Mitglieder zwar aus verschiedenen Ländern kommen, aber zwei Dinge gemeinsam haben: Sie leben entlang des Hellwegs in Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Witten, Unna und Werl und sie spielen das Cello virtuos in allen Lagen.
Unter den 12 findet man auch junge Cellosterne. Sie alle begeistern mit Virtuosität, Spielwitz und Einfallsreichtum. Gegründet wurde das Ensemble für den ersten „Celloherbst am Hellweg“ im Jahr 2004 und es trägt seitdem die Idee der Vielseitigkeit des Cellospiels weiter. Seit 12 Jahren wird das Ensemble von der Cellistin Felicitas Stephan geleitet und nimmt das Publikum mit auf einen klangvollen Höhenflug, der über den ganzen Kontinent Europa bis nach Brasilien und Argentinien führt.

Aus dem Programm
Die musikalische Klangreise beginnt mit der bekannten Eurovisionsmelodie des französischen Meisters Marc-Antoine Charpentier. Den zauberhaften Charme französischer Lebensart vermittelt das Arrangement für 12 Celli der weltbekannten Chansons „Sous le ciel de Paris“ und „Milord“ von Édith Piaf. Als Kontrast dazu folgt ein Winterabend im Jahr 1876 in Norwegen mit Edvard Grieg und seiner „Peer Gynt Suite“: traumhaft schöne, nordische Klänge erfüllen den Raum.

Astor Piazzolla, der Tangokönig mit italienischen Wurzeln, schuf mit seiner „Fuga y Misterio“ eines seiner lebendigsten Werke und machte den Tango im neuen Gewand unsterblich. Nie zuvor hatte man so tiefe, melancholische und zugleich auch packend emotionale Musik gehört. Schließlich wird das Stück „Asturias“ von Isaac Albeniz die Zuhörer rasante Pizzicati erleben lassen.

Julius Klengel war nicht nur ein berühmter Leipziger Cellist. Er war auch Komponist und Pädagoge. Man hat ihn mit Paganini verglichen und den europäischen Cellistenmacher genannt. Für das Ensemblespiel komponierte er mehrere Werke für 3-4 Celli und den noch heute beliebten Hymnus für 12 Celli. Aus allen europäischen Ländern pilgerten junge Cellisten nach Leipzig, um bei ihm Unterricht zu nehmen. Als gefeierter Virtuose und als Mitglied des Leipziger Gewandhaus-Quartetts bereiste er Deutschland und Europa.

Zurück nach Frankreich, wo das Hauptwerk dieser musikalischen Reise, der Bolero von Maurice Ravel, entstand: In dieser besonderen Instrumentierung für 12 Celli ein einzigartiges Klangerlebnis. Ravel hatte sich von einer Melodie, die er in Spanien gehört hatte, inspirieren lassen und sie zu einem zweiteiligen Thema ausgearbeitet, das sich in 18 Variationen langsam steigert. Dieses raffinierte Crescendo, das nach einem abrupten Tonartwechsel in einem noch überraschenderen Schluss endet, gehört daher bei aller scheinbaren Monotonie zum Kunstfertigsten, was die Orchestermusik des Impressionismus hervorgebracht hat.

Zusätzlich zu den klassischen Spieltechniken beherrscht das Ensemble eben auch das Schubbern, Schaben und rauchige Bogenrutschen, das Kratzen, Klopfen, Rufen und Flageolett-Pfeifen. Vor allem aber können die Celli mit einer ganz und gar menschlichen Stimme singen. Selbst die schlichtesten Melodien tragen hier ganz große Abendrobe, gewissermaßen akustische Haute Couture.