Ralf Schrabbe Trio

American Songbooks

Ein Jazztrio bietet immer die Freiheit der Improvisation – doch ebenso fordert es höchste musikalische Sensibilität und Interaktion zwischen den Musikern. Das Ralf Schrabbe Trio, bestehend aus dem Pianisten Ralf Schrabbe, dem Kontrabassisten und Melodie-Virtuosen Uli Bär sowie dem energetischen Drummer Martin Siehoff, entführt das Publikum auf eine faszinierende Reise durch die Tiefen und Höhen der American Songbooks. Wer allerdings ein Repertoire der allzu bekannten Standards erwartet, wird angenehm überrascht: Schrabbe undsein Trio präsentieren ein höchst originelles Programm, das es in sich hat.

Besetzung

© Stefan Pieper

„Von “Bouncing with Bud” über “You Are My Everything” bis hin zu “You’d Be So Nice to Come Home to“ – die Auswahl beweist eine geschmackvolle Balance zwischen respektvoller Hommage und wagemutiger Neuinterpretation. Besonders bemerkenswert ist der kreative Ansatz des Kontrabassisten Uli Bär, der sich nicht darauf beschränkt, die tiefen Grundtöne zu liefern, sondern auch viele der Hauptmelodien auf seinem Kontrabass interpretiert und das in einem atemberaubenden Tempo. Auch Schlagzeuger Martin Siehoff macht einen hervorragenden Job, in dem er alle strukturellen Grenzen immer wieder sprengt. Anstatt sich in traditionellen Rhythmen zu verfangen, öffnet er den Raum für freie, fast formlos wirkende Schlagzeugsoli. Diese Momente sind keine bloßen Alleingänge, sondern Einladungen an seine Mitmusiker, mit ihm in spontane, freie Improvisationen einzutauchen.
Als Kern des Programms für diesen Abend erweisen sich die Eigenkompositionen von Ralf Schrabbe selbst. Schrabbe, der in Dortmund als auch an der renommierten New School in New York studierte und seit 1997 am Jazzstudiengang in Leipzig mitwirkt, bringt eine Vielzahl von Stücken aus verschiedenen Phasen seines Lebens mit.
So verzaubert er das Publikum mit einem spritzigen Body Basic, dessen ausgedehntes und rhythmisch komplexes Pianointro einen sofort gefangen nimmt. Hier zeigt sich die ganze Bandbreite von Schrabbes kompositorischer Raffinesse: energisch und verspielt, aber stets durchdacht und fein nuanciert.
Einen ganz anderen Ton schlägt er mit dem lyrischen Werk „Abschied“ an, das eine berührende Melodie bereithält – ein Thema, das sich dann umso wirkungsvoller auf dem Kontrabass von Uli Bär entfaltet. Diese melancholische Ruhe steht in starkem Kontrast zu „Sexy, Hot & Loud“, einer kraftvollen Komposition, die Schrabbe während seiner Zeit in New York geschrieben hat. Hier bekommt Schlagzeuger Siehoff Raum zur freien Entfaltung, was er mit druckvollen und vielschichtigen Grooves meisterhaft ausfüllt.
Außerdem findet man Jazzstandards wie „Voyage“ von Kenny Barron, der die musikalische Reise des Trios in elegante, melodische Bahnen lenkt. Der lang anhaltende Applaus des begeisterten Publikums führt schließlich zu einer Zugabe: Mit To Bad Chat, einer Komposition aus Schrabbes Dortmunder Schaffenszeit, klingt der Abend kraftvoll und energiegeladen aus.“

Pressestimmen

„RESPEKTVOLLE BALANCE UND WAGEMUTIGE NEUINTERPRETATION“ von Stefan Pieper, NRW Jazz